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(im positiven Sinne) wurde der Australier Dr.Kieren Howard, welcher in New York lehrt und forscht. Da untersuchte er mal wieder Proben aus seiner Doktorandenzeit, und heraus kam gleich eine Veröffentlichung in Nature (Geoscience).

Bei diesen Proben handelt es sich um die Darwin-Gläser. Diese Gesteine entstanden vor 800000 Jahren beim Einschlag eines Asteroiden (oder Kometen, so genau ist das in der Regel nicht festzustellen) in ein Sumpfgebiet im heutigen Westen Tasmaniens. Der Krater ist mit 1.2 Kilometer Durchmesser vergleichsweise klein (der eingeschlagene Körper sollte dann über den Daumen gepeilt so ~100 Meter groß gewesen sein). Bei so einem Einschlag entstehen hohe Drücke und Temperaturen, die Darwin-Gläser wurden auf mindestens 1700 °C erhitzt.

Bei der Untersuchung diesen Gläsern fielen Dr.Howard kleine Einschlüsse in Größen von bis zu 250 µm (1/4 Millimeter) im Material auf. Erhöhte Gehalte an Kohlenstoff begründeten weitere Untersuchungen, und zum großen Erstaunen konnte nicht nur intaktes organisches Material, sondern gleich dessen Quellen identifiziert werden. Durch schrittweises Erhitzen und Analyse der Moleküle mit Gaschromatographie konnte offensichtlich kaum zerstörtes organisches Material typische für Flora der damaligen Zeit charakterisiert werden.

Das ist insofern interessant, dass man eigentlich nicht erwarten würde, das pflanzliches oder organisches Material Hitze und Druck bei einem solchen Einschlag überstehen würden. Diese Entdeckung hat so auch Konsequenzen gerade für Astrobiologen.
Obwohl es sich bei dem Einschlag damals um ein eher kleines Ereignis handelte, spricht (bisher) nicht viel dagegen, dass sich solche Einschlüsse auch bei größeren Einschlägen bilden können. Bei sehr großen Einschlägen ist es sehr wohl möglich, dass Material über die Fluchtgeschwindigkeit hinaus in den Weltraum geschleudert wird. Bisher ging man davon aus, dass biologisches Material so etwas nur intakt im inneren eines nicht zu sehr aufgeheizten Felsblocks überleben könnte. In dieser Richtung fanden Studien in Reaktion auf die angebliche Entdeckung von Lebensspuren auf Marsmeteoriten statt (1996, wir erinnern uns vage).

Organische Einschlüsse in Schmelzglas würden eine weitere Transportmöglichkeit hinzufügen. Und so spekuliert auch Dr.Howard, dass solche Einschläge Leben intakt in die eine oder andere Richtung im frühen Sonnensystem transportiert haben könnten.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass solche Gläser (vor allem, wenn weitere aus anderen Einschlägen entdeckt werden) eine Art biologische Zeitkapsel darstellen würden, in denen früheres Leben auf der Erde besser rekonstruiert werden könnte.

Darwin-Glas aus Tasmanien  (Quelle: Zamphuor) (

Darwin Glas aus Tasmanien
(Quelle: Zamphuor)

2 Kommentare zu “Von der Vergangenheit eingeholt (1)

  1. Pingback: Bazillen im Weltraum ? (1) | EXO- PLANETAR

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