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Ein Reiz der Meteoritenforschung oder Planetologie ist, dass man an Objekten in völlig verschiedenen Größenordnungen arbeitet.
Die Bandbreite der Größenordnungen wird hervorragend in dem schon 36 Jahre alten Kurzfilm ‚Powers of Ten‘ (1977) verdeutlicht. Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht, der Film wurde gerne in Schulen gezeigt, noch so richtig auf analogem Film mit einem ratternden Projektor und gerne auch mit dem Filmeinlegen überforderten Lehrern…

Die Untersuchung an Meteoriten findet in der Regel sagenwirmal im µm Bereich statt. 1 µm = Mikrometer = tausendstel Millimeter oder millionstel Meter. In der Wissenschaft werden Größenordnungen der Übersicht halber mit Hochzahlen von Zehn Angegeben. 10 hoch 2 Meter sind 100 Meter, 10 hoch 0 Meter sind 1 Meter, 10 hoch -2 Meter ist ein Zentimeter.

Um da irgendetwas noch zu erkennen, reicht ein optisches Mikroskop nicht mehr aus. Das ist im Film bei 07:00 Minuten. Statt Licht verwendet man Elektronen, um Bilder zu erzeugen. So sind die typischen Geräte Rasterelektronenmikroskope (REM) oder, für chemische Analysen hoher Genauigkeit, Elektronenstrahlmikrosonden (Ächtz; die Abkürzung EMPA ist etwas handlicher). Das Bild unten zeigt ein Interplanetares Staubkorn (IDP), aufgenommen mit einem REM.

Comet_dust_microscopic_photo

Ionenstrahlen (Also elektrisch geladene Atome) werden auch gerne verwendet (das ist aber teurer, dafür kann man auch Isotope messen).

Es geht aber noch viel weiter hinunter, mit sehr hochauflösenden Techniken dringt man fast schon bis auf die Ebene einzelner Atome vor, in der Ecke um 10 hoch -9 Meter (7:30 Minuten im Film). Das ist die Welt der Transmissionselektronenmikroskope (TEM).

Auf der anderen Seite der Skala arbeitet man dann wiederum an ganzen planetaren Körpern oder gar Sonnensystemen. Die Erde fällt mit einem Durchmesser von 12700 Kilometer in die Größenordnung von 10 hoch 7 Metern (1:50 Minuten im Film), das Sonnensystem durchmisst etwa 10 hoch 13 Meter (2:30 Minuten im Film). So reichen die Größenmaßstäbe in der Planetologie über schlappe 22 Größenordnungen.

(Ich hoffe mal, dass ich mich hier nirgendwo verrechnet habe).

3 Kommentare zu “Eine Frage der Größenordnung

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