Home

Nein, diese Frage kann Ich natürlich auch nicht beantworten (noch nicht, hehe). Aber an der Antwort wird intensiv gearbeitet, zurzeit gerade in Form eines schön gefährlich aussehenden Rovers namens Curiosity.
Es ist mal wieder Tagungszeit, und rechtzeitig für die Herbsttagung der American Geophysical Union in San Franzisko wurden einige wichtige Entdeckungen präsentiert oder veröffentlicht.

So haben K.A.Farley und seine –zig Mitautoren mithilfe des Rovers gleich zwei Kunststücke fertig gebracht. Zum einen haben sie die Sedimente im Gale Krater datiert, auf schlappe 4.2 Milliarden Jahre (plus/minus ein paar zerquetschte). Das spektakuläre an der Übung ist dass dieses eben nicht in einem irdischen Labor stattfand, sondern halt vor Ort auf dem Mars. Das bedeutet, die Technologie ist inzwischen so weit, dass so etwas ferngesteuert, ohne menschliche Hilfe auf einem anderen Planeten machbar ist. Auch wenn irdische Labormessungen natürlich nach wie vor eine höhere Qualität liefern – die Geräte in den Rovern sind natürlich technischen Beschränkungen (Gewicht) unterworfen, und die korrekte Probenpräparation ist bei solchen diffizilen Untersuchungen sehr wichtig.

Das ist übrigens nicht die einzige Weise, mit der man aus der Ferne Datierungen vornehmen kann – mit Hilfe der Kraterdichte in einem Gebiet auf einem anderen Planeten ist es auch möglich, das Alter einer Region zu bestimmen. Aber halt nicht von einem spezifischen Felsen wie jetzt mit dem Rover – beide Techniken ergänzen sich prächtig, man kann jetzt zwei Ergebnisse miteinander abgleichen.
Etwas Ähnliches wurde mit dem Vergleich der Alter der Mondoberfläche aus Kraterzählungen und der Untersuchung der Apollo-Proben gemacht (aber hier halt in einem Labor auf der Erde).

Und die weiteren Messgeräte des Rovers erlauben eine schon recht detaillierte Untersuchung desselben Materials. Es wurde halt gleich das ganze Labor auf einen anderen Planeten verfrachtet.

Das war nicht die einzige spektakuläre Messung, im selben Paper wurde auch gemessen, wie lange das Material kosmischer Strahlung ausgesetzt war – sprich, wie lange der Stein auf der Oberfläche lag. Hier war das Ergebnis etwa 80 Millionen Jahre. Es gibt einige Möglichkeiten, das zu interpretieren, die Daten sind noch frisch.
Aber das Ergebnis ist wichtig für die Suche nach organischem Material, da dieses durch die kosmische Strahlung zerstört wird. Dies hilft bei der Suche nach Proben in Winkeln, die der kosmischen Strahlung wenige rausgesetzt waren.

Ein weiteres Paper von John Grotzinger (und noch viel mehr Mitautoren) handelt von der Wasserqualität im Gale-Krater. „The environmental history of early Mars is mostly written in stone” heißt es malerisch am Anfang des Papers. Und aus den Gesteinen und deren Zusammensetzung lässt sich in der Tat einiges über die Zusammensetzung des Wassers früher auf dem Mars herleiten. Zumindest in einer Ecke des Kraters, einem ausgetrockneten Tümpel namens ‚Yellowknife Bay‘ hatte das Wasser einen neutralen pH–Wert und niedrigen Salzgehalt. Außerdem waren die Bedingungen im Tümpel lange Zeit stabil. Das Ganze wird als ziemlich erdähnlich bezeichnet. Das alles ist natürlich jetzt kein Beweis für oder gegen früheres Leben auf dem Mars, aber zumindest die richtigen Bedingungen scheint es in der Frühzeit auf dem Planeten gegeben haben.

Zusammen mit der beeindruckenden Analytik, die jetzt vor Ort verfügbar ist (und vorhersehbaren Fortschritten in der Zukunft) sollte sich die Frage wohl mittelfristig beantworten lassen, und das möglicherweise vor Ort.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s