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Ich gestehe: Was Astrobiologie betrifft, bin ich eher skeptisch. Deshalb bin ich generell vorsichtig, wenn ich das Wort ‚Panspermia‘ sehe. Das Thema zieht viele eigentümliche Gestalten an, uns Schnellschüsse sind Legion. Dennoch, es gibt durchaus auch ordentliche Wissenschaft auf dem Gebiet.

Rachel Worth und Co-Autoren haben ein interessantes Paper (hier in Arxiv) in Astrobiologie veröffentlicht, in dem es um die Möglichkeit geht, dass Material von der Erde durch Asteroiden- oder Kometeneinschläge auf andere Körper des Sonnensystems transportiert wird. Also die Möglichkeit, dass ein von Bazillen (oder Lebensformen im Allgemeinen) nur so wimmelnder Felsklotz einen anderen Himmelskörper befruchtet.

Und die Ergebnisse sind recht beeindruckend, über 3.5 Milliarden Jahre könnten laut dem Modell z.B. von der Erde zur Venus zu 10 hoch 12 Kg (eine Milliarde Tonnen !) an Gestein transportiert worden sein, zum Mars 10 hoch 11 Kg. Selbst die Monde von Jupiter und Saturn würden mit hunderten bis tausenden Tonnen an organisch-wutzigem Erdgestein beglückt werden.

Das Modell beginnt nach dem LHB – dem Late Heavy Bombardment. Das war sie Phase im frühen Sonnensystem, als es einschlagstechnisch noch deutlich heftiger zur Sache ging. Deshalb dürften die Transportraten im früheren Sonnensystem noch viel größer gewesen sein. Als interessanter Aspekt wird die Möglichkeit erwähnt, dass solche Meteorite im frühen Sonnensystem als eine Art biologisches Backup dienten. Falls ein schwerer Einschlag einen Planeten komplett sterilisierte, könnten die Meteorite selbigen später wieder erneut ‚befruchtet‘ haben.

Allerdings würden die meisten der Klötze sehr lange, im Weltraum umherirren, bis sie am Ziel einschlagen würden, in den meisten Fällen in der Größenordnung von Millionen von Jahren. Aber ein paar könnten relativ schnell fallen, alles eine Frage der Statistik.

Diese Modelle passen auch sehr gut zur jüngsten Entdeckung von gut erhaltenem organischen Material in Glas, das bei einem Asteroideneinschlag aus Gesteinsschmelze entstand. Man benötigt also nicht unbedingt niedrig geschocktes Gestein, selbst in der Schmelze kann Organik überleben, was die Wahrscheinlichkeit noch vergrößern dürfte.

Ein interessanter Punkt der Studie ist, dass Milliarden Tonnen an Erdmaterial sich ganz aus dem Sonnensystem davonmacht. Eine Studie des umtriebigen Jay Melosh kommt aber zum Schluss, dass interstellare Panspermie sehr unwahrscheinlich ist.

2 Kommentare zu “Bazillen im Weltraum ? (1)

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