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Als Meteoritenforscher hat man in der Regel nicht den Vorteil diverser anderer Fächer, nämlich den eines angewandten Zweiges. Ist halt alles noch nicht so weit, der Abbau von Rohstoffen im Weltraum ist wohl noch in fernerer Zukunft.

Dennoch, hin und wieder ist auch dieses Orchideenfach für etwas Praktisches gut. Ein recht anschauliches Beispiel ist die Studie von Igor I. Vlasov (General Physics Institute RAS, Moskau) und Mitstreitern (darunter auch welche von der Physik an der Uni Stuttgart).

In dieser wurden Diamanten aus kohligen Chondriten untersucht. Wie wir uns erinnern, enthalten gerade die kohligen Chondrite sehr kleine präsolare Körner. Darunter Diamanten – oft nur wenige Atome umfassend. Die hier untersuchten Diamanten waren zum Teil nur etwa 400 Atome groß.

Was ist daran jetzt angewandt? Die Arbeitsgruppen arbeiten an Nanodiamanten als Bestandteile von Heilmitteln und als Tracer in der Medizin.
Von Interesse sind hier gerade nicht reine, pure Diamanten, sondern solche mit leichten Anteilen an anderen Elementen. Diese ‚Verunreinigungen‘ reagieren z.B. mit Magnetfeldern, was ihre Nützlichkeit als Tracer z.B. zur Markierung kleinster biologischer Strukturen erhöht.

Dummerweise sind solche ‚gedopten‘ Nanodiamanten schwer herzustellen, weshalb die Forscher auf die Meteorite zurückgriffen. Dabei wurde auf Efremovka, einem CV3 Chondriten zurückgegriffen. Typ 3 heißt, dass der Meteorit in mineralogischer Hinsicht sehr primitiv ist, also wirklich fast unverändertes Material aus der Frühzeit des Sonnensystems enthält, das nicht nass oder erhitzt wurde.
Um an die Diamanten heranzukommen, wurde eine unter Kosmochemikern beliebte Rabiattechnik angewendet: Das Gestein wird schlichtweg mit fiesen Säuren aufgelöst, bis nur das härteste Zeug übrigbleibt, darunter halt Diamanten. Man fackelt also die Scheune ab, um die Nadel zu finden.

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