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Und schon ist es Mittwoch. Wahrscheinlich werde Ich unter einem ordentlichen Kater leiden, im Anschluss an die Poster Session geht es gerne feuchtfröhlich zu.
Mittwoch bietet natürlich wieder einiges zum Thema Mond: MOON STRUCK: LUNAR IMPACTS AND IMPACT RELATED SAMPLES und mittags dann der Showdown in LUNAR VOLATILES: APATITE FOR DESTRUCTION.

Zumindest hat diese Sitzung solides Konfliktpotential. Ja, auch normalerweise eher dröge Weltraumforscher können sich so richtig in die Haare geraten. Die Älteren unter uns erinnern sich noch an die Astrobiologie-Sessions zu den ominösen Lebensspuren in Alan Hills, da haben sich Teilnehmer noch gegenseitig angeschrien, Freundschaften gingen zu Bruch etc.

Volatile – in dem Fall im wesentlichen Wasser, aber eigentlich H2O, OH oder auch nur H – auf dem Mond ist gerade eines der in-Themen in der Planetenforschung. Das hat gerade auch mit zukünftiger bemannter längerfristiger Mission zu tun, die natürlich deutlich einfacher und billiger wären wenn das Bier nicht hingeflogen werden müsste. Und natürlich die Sache mit den Wasserstoff-Isotopen für Kernfusion.

Lange Zeit dachte man, dass der Mond praktisch trocken wäre, bis dann dank moderner Analysetechniken signifikante Spuren an Wasser in Mondgestein entdeckt wurden.

So beschäftigen sich einige Vorträge erst mal mit der detaillierten Studie der wasserhaltigen Minerale. Ein schönes Beispiel einige früherer Kollegen ist WATER CONTENT AND HYDROGEN ISOTOPIC COMPOSITION OF APATITE IN KREEP AND HIGH-AL MARE BASALTS: NEW PERSPECTIVES ON WATER IN THE MOON von Romain Tartese et al. [Abstract 1999]. Die Isotopen-Studie von Phosphaten deutet auf eine gemeinsame Quelle der volatilen für Erde und Mond hin.

In einem weiteren Beispiel beschäftigen sich Prem et al. [Abstract 2742] sich mit dem Eintrag von Wasser auf dem Mond via Kometeneinschlägen TRANSPORT OF WATER IN A TRANSIENT IMPACT-GENERATED LUNAR ATMOSPHERE.

Dann aber der Gegenangriff: Pernet-Fisher et al. Zweifeln in THE SIGNIFICANCE OF OH CONTENTS IN LUNAR APATITES [Abstract 2719] zumindest die Signifikanz der Messungen für Modelle des gesamten lunaren Wasserhaushaltes an. Boyce et al. [Abstract 2096] stoßen in die gleiche Richtung vor: EQUILIBRIUM-EXCHANGE APATITE HYGROMETRY AND A SOLUTION TO THE LUNAR APATITE PARADOX.

Das dürfte eine interessante Sitzung werden, Ich wette, dass da such was in den Medien drüber erscheint.

Dann macht der Mars wieder Mobil: ALTERATION OF THE MARTIAN SURFACE AND CRUST: EVIDENCE FOR DIVERSE CONDITIONS ist über Wasserspuren im Gestein, genau genommenem marsianischen Matsch. Aber wichtig, denn so kann man die Zusammensetzung der frühen Marsgewässer eingrenzen. MARS GEOMORPHOLOGY AS AFFECTED BY AQUEOUS PROCESSES OVER THE HISTORY OF MARS ist dann mehr über Oberflächenstrukturen, z.B. mit einem HRSC-Nachschlag von Jaumann et al [Abstract 1772]: THE MARTIAN GEOMORPHOLOGY AS MAPPED BY THE MARTS EXPRESS HIGH RESOLUTION STEREO CAMERA (HRSC): IMPLICATIONS FOR GEOLOGICAL PROCESSES AND CLIMATE CONDIIONS.

Dann wird endlich mal Merkur, planetares Stiefkind des inneren Sonnensystems behandelt: MERCURY. Ein schönes Beispiel über die Auswertung der Messenger-Daten zeigen Weider et al. [Abstract 1866] mit GEOCHEMICAL TERRANES ON THE INNERMOST PLANET: POSSIBLE ORIGINS OF MERCURY’S HIGH-MAGNESIUM REGION. Oder Laboresperimente, die auf diesen chemischen Orbiterdaten aufbauen: Parman et al. [Abstract 2367] EXPERIMENTAL CONSTRAINTS ON MELTING CONDITIONS IN MERCURY.

Asteroiden, insbesondere Itokawa, werden in der REGOLITH PROCESSES ON SMALL BODIES FEATURING ITOKAWA Session ausführlich behandelt. Sowohl die Orbiterdaten als auch die Laborergebnisse der sehr kleinen Körner, die von der Oberfläche Itokawas geborgen werden konnten.

Sears et al. [Abstract 1606] stellen eine gewagte Hypothese in den Raum: ‚Ponds‘, flache, feinkörnige Gebiete auf dem kleinen Asteroiden Eros beobachtet wurden könnten durch aus eingeschlagenen Meteoriten freigesetztes Wasser entstanden sein: THE PONDS ON EROS: POSSIBLE NEW INSIGHTS FROM EXPERIMENT, VESTA, MARS, AND TERRESTRIAL ANALOGS.

Meier et al. [Abstract 1247] konnten aufgrund der Strahlenschäden in den Mineralpartikeln von Itokawa ein Alter von 1.5 Millionen Jahren messen. Dies bedeutet, das die Mineralpartikel an der Oberfläche so lange der kosmischen Strahlung ausgesetzt war, Interessanterweise zeigen auch Tscheljabinsk wie auch der Meteorit Appley Bridge ein ähnliches Oberflächenalter – alle drei haben eine petrologische Zusammensetzung vom Typ LL/gewöhnlicher Chondrit. Das könnte auf einen Zusammenhang hindeuten. Mehr in A PRECISE COSMIC-RAY EXPOSURE AGE FOR AN OLIVINE GRAIN FROM THE SURFACE OF NEAR-EARTH ASTEROID (25143) ITOKAWA.

Abgerundet wird das Ganze mit zwei Sessions über Chondrite und deren Komponenten. CHONDRULES, METALS, AND SULFIDES und CHONDRITES: MATRIX, WATER, AND ACCRETING PARENT BODIES.

In A MUTLI-TECHNIQUE SEARCH FOR THE MOST PRIMITIVE CO CHONDRITES [Abstract 2667, der Schreibfehler ist im Original] suchen Alexander et al. nach den primitivsten CO Chondriten. Basierned auf der Wasserstoff-Isotopie soll herausgefunden werden, welcher der Kandidaten die ursprünglichste Mineralzusammensetzung ohne Wasserschäden hat (es ist ein gewisser DOM 08006).

Sauerstoff-Isotopie deutet darauf hin, dass zwischen CO und CM Chondriten ein Zusammenhang bestehen könnte (gleicher Mutterkörper), Richard Greenwood et al.[Abstract 2610]: OXYGEN ISOTOPE EVIDENCE FOR THE RELATIONSHIP BETWEEN CM AND CO CHONDRITES: COULD THEY BOTH COEXIST ON A SINGLE ASTEROID?

Und das war es dann auch für Mittwoch, Donnerstag wird wieder hart, mit Poster Session am Abend.

Ein Kommentar zu “Was sonst so abgeht: Vorschau 45th Lunar and Planetary Science Conference 2014 (4) – Wasser auf dem Mond ?

  1. Pingback: 45th Lunar and Planetary Science Conference 2014 – Nachbereitung (2): Lunarer Schlagabtausch | EXO- PLANETAR

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