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Und schon ist es Donnerstag. Langer, harter Tag mit Poster Session. Aber erst mal die Vorträge:
Der Mond wird in LUNAR IGNEOUS PROCESSES abgehandelt. Mondgestein wird nun sein 43 Jahren intensiv untersucht, weshalb natürlich die einfachen Sachen abgehakt sind (oder auch nicht…) Deshalb tendenziell sehr viel Spezielles mit Fernerkundung, Isotopen und experimenteller Petrologie, der wohl schwierigsten Disziplin auf dem Gebiet. Man kann nicht ‚einfach mal ‚ Proben messen, sondern muss erst mal das Zeug herstellen – und gegeben Falls erst mal ausbaldowern, wie man das macht. In Zeiten von Publish and Perish ein ziemliches Risiko, weil unter Umständen sich herausstellt dass gar nix rüberkommt, und dann war die Arbeit vergebens. Ein schönes gelungenes Beispiel von Rapp und Draper [Abstract 1527]: THE LUNAR MAGMA OCEAN: SHARPENING THE FOCUS ON PROCESS AND COMPOSITION.

Modellierer haben es dagegen einfacher, weil sie das Meiste am Rechner machen (was jetzt nicht als herabsetzend verstanden sein sollte), weshalb Sie eher mehr Veröffentlichungen auf die Reihe kriegen.
PROTOLUNAR DISK AND MAGMA OCEAN: MODELS AND SAMPLE CONSTRAINTS hat einiges aus der Modellierungsecke zu bieten. Nakajima und Stevenson [Abstract 2770] kommen zum Schluss, dass auch eine Mondentstehung in einer Kollision zu keinem größeren Verlust an Volatilen (Wasser) führen würde: Hydrodynamic Escape does not Prevent the “Wet” Moon Formation.

Donnerstag ist generell sehr stark besetzt auf dem Gebiet der terrestrischen Planeten. In PLANETARY VOLCANISM: MERCURY, MOON, AND MARS geht es eben um Vulkanismus außerhalb der Erde, in der Session MARS POLAR PROCESSES AND ATMOSPHERE CONNECTION vor allem um die Polkappen und das Wetter auf dem roten Planeten. Was der Wind so auf Planeten mit Atmosphäre treibt, darum geht es in der WIND STIRRED, NOT SHAKEN: EOLIAN PROCESSES ON EARTH-LIKE PLANETS Session. Alles faszinierend, aber Ich habe leider nicht das Wissen um Kommentare abzugeben.

Um Tektonik geht es in PLANETARY TECTONICS AND DYNAMICS. Natürlich auch von terrestrischen Planeten, warum Erde und Mars so unterschiedliche Strukturen in Kruste und Mantel habe z.B. in DELAYED ONSET OF PLATE TECTONICS ON EARTH AND IMPLICATIONS FOR THE MARTIAN MANTLE [Abstract 2167] von Debaille et al.

Aber auch auf Eismonden. Ganz romantisch als Haiku in WARMING THE FROZEN HEART OF ENCELADUS von J.H. Roberts: Cold Enceladus / Ice fills holes in rubbly core / Heated while frozen. [Abstract 2549].

Um der Planeten Kern geht es in PLANETARY CORES: GETTING TO THE HEART OF THE MATTER, wieder sowohl von Gesteins- wie auch Eiskugeln.

Aber auch die primitiven Meteorite werden nicht übergangen. Die Session CHONDRITE PARENT-BODY PROCESSES behandelt, was mit dem primitiven, chondritischen Material passiert, wenn es feucht wird und/oder aufgeheizt wird.

Snape et al. (darunter Ich als Letztautor) studieren den Zusammenhang zwischen Isotopie, Alteration und organischem Material im Typ 2 Chondriten Cold Bokkeveld [Abstract 1987] IN-SITU NANOSIMS MAPPING OF ISOTOPIC COMPOSITIONS IN THE CM2 METEORITE COLD BOKKEVELD.

Friedrich et al. forschen an der Grenzlinie zwischen Chondriten und Achondriten. Es geht um Acapulcoite, primitive Achondrite mit einer chemischen Zusammensetzung sehr ähnlich der der Chondrite. Ein interessante Vorschlag ist die Einführung einer petrologischen Stufe 7 für die Chondrite, so etwas wie der letzte Halt vor der Grenze zu den Achondriten: COMPOSITIONS, GEOCHEMISTRY, AND ORIGINS OF RECRYSTALLIZED LL CHONDRITES: IMPLICATIONS FOR THE PRIMITIVE ACHONDRITES [Abstract 1795].

Session EVOLUTION OF THE PROTOSOLAR DISK: MODELS AND METEORITES ist dann noch ein Rücksturz in die absolute Frühzeit des Sonnensystems. Da geht es um fundamentale Fragen wie z.B. was war eigentlich das Ausgangsmaterial, aus dem sich unsere Erde gebildet hat? Wir haben Unmengen an Meteoriten mit verschiedenen chemischen und isotopischen Zusammensetzungen. Es ist dennoch schwierig, einen Mix aus den bekannten Meteoriten zu finden, der der Zusammensetzung unserer Erde entspricht. Ein Versuch ist THE EARTHLINGS THAT MADE THE EARTH von Dauphas et al [Abstract 1272]. Hier werde (mit Vorbehalt) Enstatit-Chondrite und Aubrite vorgeschlagen.
Matthieu Gounelle beschäftigt sich mit der Wahrscheinlichkeit, das ein junges Sonnensystem genug kurzlebige Radionuklide hat, um die jungen Planeten so richtig aufzuheizen: ALUMINIUM-26 IN THE EARLY SOLAR SYSTEM : A PROBABILITY ESTIMATE [Abstract 2113].

Und dann noch was für die Freunde von Astrobazillen: TECHNIQUES AND CHALLENGES IN THE SEARCH FOR LIFE BEYOND EARTH. Hier aber einigermaßen seriöses Material.
Zum Beispiel folgen Schultz et al. [Abstract 2002] dem spektakulären Paper von Kieren Howard über organische Einschlüsse, die in erkennbarem Zustand in Impaktgläsern überlebt haben – Material, das aus Schmelzen bei Meteoriteneinschlägen entstand: PRESERVED FLORA AND ORGANICS IN IMPACT MELT BRECCIAS. Hier wurde solches Material in Impaktgläsern aus Argentinien mit Altern von bis zu 9 Millionen Jahren gefunden. Zudem wurden Experimente durchgeführt, um herauszufinden wie das funktioniert.

Das waren die Vorträge, als nächstes die Poster-Session (Keuch).

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