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Schon sind wir bei Mittwoch in unserer kleinen Vorschau. Wie die Zeit vergeht. Und die Birne schwirrt einem schon ob der wissenschaftlichen Reizüberflutung.

LUNAR SAMPLES, PETROLOGY, AND GEOCHEMISTRY: LITTLE SLICES OF TRUTH AND BEYOND. Wie der Name der Session schon sagt. Darunter EARTH AND MOON ARE INDISTINGUISHABLE IN ∆17O TO SEVERAL PARTS PER MILLION von Kohl et al. Die Präsentation ist eine Antwort auf das Science-Paper von Herwatz et al., das kürzlich einen signifikanten Unterschied zwischen Erde und Mond in der für die Kosmochemie zentrale Sauerstoffisotopie nachwies. In ihrer Studie kommen die Autoren zum Schluss, dass der Unterschied so nicht existiert. Das enthält ordentlich Konfliktpotential, da hier die Modelle für die Mondentstehung betroffen sind.

Dann mal wieder Mars: MARS GEOMORPHOLOGY: RECURRING SLOPE LINEAE, SLOPE STREAKS, AND GULLIES. Auswertung von Orbiterbildern vom Mars, mit einem Fokus auf Spuren von Wasser in der Landschaft.

Wir bleiben am Mars mit der SPECIAL SESSION: EARLY RESULTS FROM THE MAVEN MISSION I. MAVEN ist ein Orbiter der sich um die Atmosphäre und das Magnetfeld des roten Planten kümmert, und hier sollten die ersten Ergebnisse vorgestellt werden.

Dann mal Zeit für was ganz anderes. In PRESOLAR, INTERPLANETARY, AND COMETARY DUST trifft sich die familiäre, eher kleine (aber feine) Gemeinde der Kosmochemiker, die sich um die ganz winziger Brösel kümmern, die gerne auch älter als unser Sonnensystem sind. Früher wurde die Sitzung erbarmungslos auf Freitag Nachmittag gelegt, heute wird die Thematik deutlich höher bewertet und bekommt einen prominenteren Platz. Kevin Croat und Frank Gyngard zum Beispiel zeigen, bei welch hoher räumlicher Auflösung das stattfindet: ISOTOPICALL Y -EXTREME INCLUSIONS AND ISOTOPIC HETEROGENEITY IN SUPERNOV A GRAPHITIC SPHERULES.

Nach der Mittagspause ist dann schon wieder unser Nachbar, der Mond dran: THE LUNAR CRUST: NEW CONSTRAINTS FROM NEAR AND FAR. Hier werden Daten aus Fernerkundung, Experimenten, Modellierung und Laboranalysen von Mondgestein zusammen behandelt, so wie es halt sein sollte. Juliane Gross et al. kümmern sich da zum Beispiel um die Veränderungen an Mineralen auf dem Mond seit ihrer Entstehung durch äußere Einflüsse, dem Space Weathering: HOW RICH IS RICH? PLACING CONSTRAINTS ON THE ABUNDANCE OF SPINEL IN THE PINK SPINEL ANORTHOSITE LITHOLOGY ON THE MOON THROUGH SPACE WEATHERING.

Ähnlich komplexe Fragen dann wieder vom MARS LOW-TEMPERATURE GEOCHEMISTRY AND MINERALOGY. Auch hier geht es darum wie sich die Minerale über die Zeit verändert haben. Allerdings durch die Einwirkung von Wasser. Daraus lasse sich dann Schlüsse über die Bedingungen auf der Marsoberfläche schließen – Temperatur, oder halt ob überhaupt Leben von der Umgebung her möglich war.

Dann mal wieder Zeit für eine missionsbezogene SPECIAL SESSION: EARLY RESULTS FROM THE MAVEN MISSION II. Halt, da war ja schon am Morgen was..

Um Asteroide (und Kometen) als solche geht es dann in der Sitzung SMALL BODIES: ACCUMULATION TO DISAGGREGATION WITH SOME NIFTY TRICKS IN BETWEEN. Nicht so sehr um die Zusammensetzung, sondern um die physikalischen Eigenschaften. Also z.B. wie sich das Wasser dort verteilt, in FLUID MIGRATION IN EARLY-ACCRETING PLANETESIMALS von Fu et al. Man weiß zwar von den kohligen Chondriten, dass es dort oben feucht war, aber wie das Ganze im Detail vor Ort stattfand ist noch nicht so richtig klar. Breitete sich das Wasser über Poren oder Spaltrisse aus ?

Dann endlich Feierabend (Schweiß von der Stirn wisch). Und (rein zufällig ?) findet die LPSC In der Woche des St.Patricks Day statt, einem sehr wichtigen irischen Feiertag. Da ist auch in den USA recht viel los, wegen vieler Leute mit irischer Abstammung. Der Rest ist auch willkommen, und so bersten die Kneipen auch in der Umgebung der Tagung mit Publikum.

Dann schon Donnerstag, so langsam neigt die Tagung sich dem Ende zu. Einmal durchatmen, koffeinieren, sich strecken und dehnen, und dann tapfer weiter.

AEOLIAN PROCESSES ist über die Auswirkungen von Wind (Mars und immer mehr Titan) auf die planetaren Oberflächen. Ja, auch das gibt der Datensatz inzwischen her.

PLANETARY VOLCANISM: IF YOU CAN’T STAND THE HEAT, GET OUT OF THE MANTLE. Schöner Titel, kann ch aber vom Thema her wenig sagen.

Dann wieder mal ein eher klassisches Meteoritenthema: CHONDRITE COMPONENTS II: ALL THINGS REFRACTORY. Es geht um die Chondren und CAIs, also der ersten festen Partikel die im eigentlichen Sonnensystem entstanden. Da spielt wieder die Sauerstoffisotopie eine Rolle, um die Zugehörigkeit der einzelnen Bauteile herauszufinden. Zum Beispiel bei SYSTEMATIC OXYGEN ISOTOPE VARIATIONS WITHIN A SINGLE VIGARANO CAI SURROUNDED BY A UNIFORMLY 16O-RICH WARK-LOVERING RIM von Andy Needham et al. Da werden mit SIMS (mal wieder) die Sauerstoffisotopien in den Schmelzrändern von CAIs untersucht, um den Weg der kleinen Brösel im frühen, turbulenten Sonnensystem nach zu vollziehen.

Nach einer Mittagspause dann gleich weiter mit LUNAR SURFACE PROPERTIES AND PROCESSES FROM A DISTANCE. Alles, was so an der Oberfläche unseres Nachbarn seit der Mondentstehung abging. Wie das Oberflächengestein durch Impakte zerprügelt (Regolith!) oder in anderen Prozessen zerlegt wurde. Was schon brutal damals.

dann eine sehr, sehr lange Sitzung: SPECIAL SESSION: TRACING THE EVOLUTION OF THE ANCIENT MARTIAN ATMOSPHERE AND CLIMATE. Kommt mir bekannt vor, in der Richtung läuft schon viel. Letztendlich geht es halt um Wasser und Leben auf dem Mars etc, etc.

Dann sind wieder die Kleinen dran. DIFFERENTIATED METEORITES AND BODIES, da geht es um die einst aufgeschmolzenen Planetesimale, von denen die Achondrite kommen. Edward Scott et al. legen mit EVIDENCE FROM DIFFERENTIATED AND CHONDRITIC METEORITES FOR HIT-AND-RUN
IMPACTS DURING ASTEROID ACCRETION
eine Präsentation vor, bei der die Auswirkungen der zahlreichen Kollisionen während der Wachstumsphase der Planeten auf die Komposition der Überbleibsel (Asteroide) untersucht werden. Fazit: gerade die Hit-and-Run Kollisonen, also Streifschüsse zwischen Planetesimalen, sind (möglicherweise) für die große Bandbreite an verschiedenen Meteoriten verantwortlich, die die ursprünglichen Charakteristika überprägen.

Dann noch ein Nachschlag bei den Chondriten mit CHONDRITE COMPONENTS III: FINE-GRAINED, ORGANICS, AND COMPLETING A CHONDRITE. Was halt in die beiden anderen Sitzungen nicht reingepasst hat.

Das waren die Vortragssessions, die zweite Posterrunde und der Freitag später.

2 Kommentare zu “Vorschau 46th Lunar and Planetary Science Conference 2015 (3): Heute sind wir sind alle Iren

  1. Pingback: 46th Lunar and Planetary Science Conference 2015: Nachglühen | EXO- PLANETAR

  2. Pingback: Die gleiche Prozedur wie jedes Jahr: Lunar and Planetary Science Conference 2015 in Houston (Rückblick) › Exo-Planetar › SciLogs - Wissenschaftsblogs

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